Voraussetzungen für Import

Bio Suisse hat mit der Knospe einen hohen Qualitätsstandard für Bioprodukte gesetzt. Das gilt auch für Importprodukte für den Knospe-Kanal, bei denen Bio Suisse sowohl für den Anbau wie auch für Handel und allfällige Verarbeitungsschritte eine Zertifizierung nach Bio Suisse Richtlinien verlangt.

Anforderungen für Schweizer Importeure

Bei jeder Importcharge werden Warenfluss und die Einhaltung der Anforderungen für jede Stufe ausserhalb der Schweiz durch Bio Suisse geprüft, bevor die Ware für die Knospe-Vermarktung freigegeben wird. 

Beim Import von nach Bio Suisse Richtlinien zertifizierten Erzeugnissen müssen ausserdem die Vorgaben der Schweizer Bio-Verordnung in jedem Fall erfüllt sein.

Weitere Informationen sind im Leitfaden für Schweizer Importeure für den Import von Bioprodukten zur Vermarktung mit der Knospe(S.11) zu finden.

Grundvoraussetzungen

Als Importeur von Bioprodukten zur Vermarktung mit der Knospe benötigen Sie:

  • einen Lizenz- oder Produktionsvertrag mit Bio Suisse mit entsprechendem Anhang und einer Importbewilligung (vgl. Richtlinien Teil I, Kap. 2);
     
  • ein nach Bio Suisse Richtlinien zertifiziertes Erzeugnis, respektive nach Bio Suisse Richtlinien zertifizierte Lieferanten (Bio Suisse Organic) alle beteiligten Stufen vom Anbau bis zum Export müssen nach Bio Suisse Richtlinien zertifiziert sein;
     
  • eine chargenbezogene Bestätigung der Knospe-Konformität im Bio Suisse Supply Chain Monitor (SCM).

Es obliegt den Lizenznehmenden sicherzustellen, dass der Warenfluss über alle Handels- und Verarbeitungsstufen bis zum Erzeuger der Rohware belegt werden kann. Alle am Warenfluss beteiligten Betriebe (Erzeuger, Handels- und Verarbeitungsstufen) müssen zum Zeitpunkt des Warenflusses nach Bio Suisse Richtlinien zertifiziert sein (Bio Suisse Organic).

Siehe Informationen dazu unter Kontrolle & Zertifizierung 

Importeinschränkungen von Bio Suisse

Bio Suisse schränkt die Knospe-Vermarktung von in die Schweiz importierten Produkte ein.

Die Importeinschränkungen sind in der Weisung «Importeinschränkungen von Bio Suisse», Bio Suisse Richtlinien Teil V, Kap. 2 geregelt.

Zusätzliche Anforderungen der Bio-Verordnung

Grundvoraussetzung für den Import von Bioprodukten ist die Erfüllung der Schweizerischen Bio-Verordnung.

Gemäss Bio-Verordnung müssen für den Import von biologischen Produkten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dabei sind zwei Fälle zu unterscheiden:

1.    Erzeugnisse aus einem Land der Länderliste (Argentinien, Australien, Chile,
       Costa Rica, EU-Mitgliedstaaten, Indien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland,
       Tunesien, USA):

  • Die EU-Zertifizierung muss durch eine auf der Länderliste (Verordnung des BLW über die biologische Landwirtschaft) aufgeführte Kontrollstelle ausgeführt werden.

2.    Erzeugnisse aus einem anderen Land:

  • Die Zertifizierung muss durch eine von der EU oder vom BLW anerkannte Zertifizierungsstelle oder Kontrollbehörde ausgeführt werden. 

Für Importe aus allen Ländern ausserhalb der EU-Mitgliedstaaten gilt eine Kontrollbescheinigungs-Pflicht. Die Kontrollbescheinigung wird im Informationssystem Traces der EU ausgestellt (siehe Bio-Verordnung, Art 24 und Bio-Verordnung WBF, Art.16a-f).

Die Kontrollbescheinigung muss ausgestellt werden:

von der Behörde oder Zertifizierungsstelle des Erzeugers oder Verarbeiters; sofern nicht der Erzeuger oder Verarbeiter selbst, sondern ein anderes Unternehmen den letzten Arbeitsgang zur Aufbereitung ausführt: von der Behörde oder der Zertifizierungsstelle dieses Unternehmens. 

Importe von Produkten aus der Umstellung auf die biologische Landwirtschaft sind stark eingeschränkt. Die Einschränkungen sind in der Verordnung des BLW über die biologische Landwirtschaft aufgeführt.

Knospe-Bestätigung für importierte Bio Suisse Organic Produkte

Deklaration mittels Warenflussportal Supply Chain Monitor (SCM)

Sämtliche Produkte, die in die Schweiz geliefert werden, um mit der «Knospe», der Marke von Bio Suisse vermarktet zu werden, müssen im SCM deklariert und durch Bio Suisse bestätigt werden. 

Im SCM muss der finanzielle Warenfluss vom Erzeuger der Rohware bis zum Schweizer Importeur abgebildet werden.

Die Anmeldung des Imports im SCM erfolgt, sobald die Ware in der Schweiz durch den Importeur verzollt wird (physischer Import).

SCM Transaktionen müssen innerhalb von 6 Wochen nach der Lieferung in die Schweiz an Bio Suisse gesendet werden.

Bio Suisse bearbeitet Ihre Transaktionen innert 5 Arbeitstagen.

Weitere Informationen dazu siehe Supply Chain Monitor

Exporteur: Transaktion im SCM eröffnen und Angaben zum gelieferten Produkt deklarieren

Importeur: Angaben in der Transaktion auf Vollständigkeit und Korrektheit prüfen

Bio Suisse: Prüfen und Bestätigen der Knospe-Konformität. Die Bearbeitung von Transaktionen durch Bio Suisse findet innerhalb von 5 Arbeitstagen statt.

Importeure sollten die Ware wenn möglich erst vermarkten, wenn Bio Suisse die Konformität bestätigt hat.

Einreichfrist für alle Lieferungen: Spätestens 6 Wochen nach dem Import.

TRACES:

Für Warenflüsse aus Drittländern (ausserhalb Europas), welche direkt in die Schweiz importiert werden, muss eine Kontrollbescheinigung in TRACES vorliegen. Dies wird im SCM unter C. Zusatzangaben abgefragt. Der Bio Suisse Organic Import wird im SCM von Bio Suisse erst bestätigt, wenn dieser Punkt mit «Ja» beantwortet werden kann.

Die Bestätigung im SCM betrifft ausschliesslich den Zertifizierungsstatus der im Warenfluss involvierten Betreibe. Über allfällige (temporäre) Vermarktungssperren aufgrund anderer Vorkommnisse, wie z.B. Rückstände, wird von den zuständigen Stellen unabhängig vom SCM entschieden.

Informationen und Registration:

Weitere Informationen, Abläufe sowie SCM Anleitungen für Exporteure, Importeure und Kontrollstellen sind auf unserer Webseite International unter Supply Chain Monitor zu finden.

Bio Suisse kann neben Einzelbetrieben auch Produkte von Anbauverbänden im Ausland anerkennen, deren Richtlinien als gleichwertig mit den Bio Suisse Richtlinien beurteilt wurden. Bio Suisse entscheidet im Einzelfall, ob ein Anbauverband direkt anerkannt werden kann. Hauptkriterium dabei ist, dass die Richtlinien und die Anerkennungspraxis des Verbandes als gleichwertig mit den Richtlinien und der Anerkennungspraxis von Bio Suisse anerkannt werden.

Bei einem positiven Entscheid schliesst Bio Suisse mit dem Anbauverband eine Zusammenarbeitsvereinbarung ab, in welcher die Details der Zusammenarbeit geregelt sind. Von den im Anhang zu diesem Artikel (Anhang zu Teil V Art. 3.1.7 - Liste der von Bio Suisse direkt anerkannten Anbauverbände Teil V, Seite 318).

Die Rückstandspolitik ist geregelt in den Bio Suisse Richtlinien:

Teil V, Anhang zu Kap. 3.8

Weitere Informationen dazu sind zu finden unter Rückstände

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